|
|
Die Gabelsbergerstraße in Langen erhielt vor 100 Jahren ihren Namen und das sollte
doch ein Grund zum Feiern sein, vor allem für die Bewohner der Straße.
|
|
|
Aber trotz schriftlicher Einladung an alle 111 Familien, die in der Straße wohnen,
...
|
|
|
... ließ sich trotz schönen Herbstwetters kein Bewohner am Ausstellungsort blicken. Die
Gabelsbergerstraße lag wie ausgestorben da.
|
|
|
So schaute denn auch der Namensgeber der Straße Franz Xaver Gabelsberger, der extra
aus Treysa angereist war, ziemlich bedröppelt drein.
|
|
|
Dabei waren wir bestens gerüstet für den erwarteten Ansturm:
Thea hatte noch einmal alle Sektgläser auf Hochglanz poliert.
|
|
|
Der Umfang der Ausstellung führte von der Zeit am Anfang des vorigen
Jahrhunderts ...
|
|
|
... bis hin zur deutschen Einheitskurzschrift, die 1924 eingeführt wurde, aber
auch auf der Erfindung Gabelsbergers beruht.
|
|
|
Werbeplakate aus jener Zeit ...
|
|
|
... betonten die Wichtigkeit für Handel, Gewerbe, Industrie und Behörden.
|
|
|
Es gab viel zu bestaunen, unter anderem jede Menge Unterrichtsmaterial, ...
|
|
|
... Literatur in Deutscher Einheitskurzschrift, ...
|
|
|
... Werbung für den Stenofüller ...
|
|
|
... und eine alte Langener Zeitung von 1960, die zum 67. Verbandstag im Juni einlud.
|
|
|
Der Ehrenpräsident des Dt. Stenografenbundes Gregor Keller hatte aber auch
viele Erinnerungsstücke aus jüngerer Zeit mitgebracht, wie diese Telefonkarte,
von der Sparkasse Eichsfeld anlässlich des 30. Deutschen Stenografentages
herausgegeben, ...
|
|
|
... sowie einige Ehrenabzeichen der chinesischen Stenografenorganisation, mit der
er rege Kontakte pflegt.
|
|
|
Die 1. Vorsitzende des Stenografenvereins Langen 1897 E. V. Regine Hoppe
eröffnete pünktlich um 14:00 Uhr die Feierstunde.
|
|
|
Sie begrüßte alle Gäste sehr herzlich, darunter den Bürgermeister Langens Frieder
Gebhardt mit seiner Gattin und den DStB- und Intersteno-Ehrenpräsidenten Gregor
Keller, der auch Ehrenmitglied des Langener Vereins ist.
|
|
|
Bürgermeister Gebhardt hatte ein ganz besonderes Geschenk für den Stenografenverein
mitgebracht, ...
|
|
|
... eine alte bebilderte Stenofibel aus der Zeit vor Einführung der Deutschen
Einheitskurzschrift.
|
|
|
In seinem Vortrag ging Gregor Keller nicht nur auf den genialen Kurzschrifterfinder
ein.
Er schilderte das Leben eines Mannes, der im Jahre des Beginns der französischen
Revolution 1789 in München geboren und dort 1849 kurz vor seinem 60.
Geburtstag gestorben war.
Keller zeichnete das Bild eines einfachen, schlichten,
ungewöhnlich fleißigen Menschen.
|
|
|
Auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Stenographiesysteme Ralf Groß
stellte die Bedeutung Gabelsbergers für die Kurzschrift heraus.
Er hatte für die Gedenkfeier die Büste Gabelsbergers zur Verfügung gestellt, die
plastisch an den Beginn der Kurzschrifterfindung und deren Weiterentwicklung erinnerte.
|
|
|
So war man sich schnell einig und blickte erwartungsvoll in die Zukunft: dieses
Kulturgut muss weiterhin gehegt und gepflegt werden, weil keine Maschine den
mitdenkenden Schnellschreiber ersetzen kann.
|
|
|
Doch wo sind die Zeiten hin, als die Leistungsurkunde für diese Kunst selbst noch
ein Kunstwerk war?
|